Ein Mann trifft eine Frau und verliebt sich in sie. Viel mehr passiert eigentlich nicht in '37°2 le matin'. Es ist die Geschichte zweier unterschiedlicher Charaktere, die einander verfallen. Betty findet ihren Lebensinhalt darin, ihren Liebhaber zum erfolgreichen Schriftsteller zu machen, auch wenn der das gar nicht will. Der besagte Liebhaber, gleichzeitig auch der Erzähler dieser "amour fou", will einfach "un coin tranquille", "une véranda et un coin pour baiser". Doch aus Liebe zu Betty, die immer häufiger Anzeichen einer geistigen Krankheit zeigt, ändert er sein Leben ständig und versucht verzweifelt, sie vor sich selbst zu retten.
Es ist nicht immer leicht, sich durch die Erzählung zu lesen, denn viel passiert nicht in diesem Roman. Wenn man dies jedoch akzeptiert wird man Zeuge einer besonderen Liebesbeziehung mit einem dramatischen Höhepunkt, wobei auch viel über den Sinn des Lebens philosophiert wird. Der Reiz dieses Romans liegt auch in Djians Sprache, die sehr an die französische Umgangssprache angelehnt und in der Beschreibung der Liebesszenen sehr "würzig" und genau und an manchen Stellen auch recht amüsant ist.
Vom Sprachniveau gesehen kann man das Buch eher Lesern mit guten Französischkenntnissen empfehlen.
Mein Fazit: nicht unbedingt meine Lieblingslektüre, aber es ist mal etwas anderes. - Bewertung: 3/5
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